Samhain – das Jahresrad der Kelten

Neumond

Bildquelle und Fotograf: Rainer Brückner / pixelio.de

Samhain oder auch Samain ist ursprünglich ein traditionelles Fest der Kelten, welches nicht mit dem Neujahr, sondern mit Beginn der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November zu Ehren der Toten gefeiert wurde. Denn nach dem keltischen Glauben stand zu dem besagten Zeitpunkt die Zeit sprichwörtlich gesagt still und andererseits stand die Schwelle (Tür) zur Anderswelt (Welt der vorübergehend abgeschiedenen Toten) offen, wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres. Allein durch diesen Umstand ist es bereits verstorbenen Ahnen ermöglicht worden, während dieser besagten Nacht ihren noch lebenden Verwandten einen nächtlichen Besuch abzustatten. Für Hinterbliebene bedeutete dieser Zeitraum äußerste Achtsamkeit, denn gleichzeitig mussten Familienangehörige sowie das eigene Haus vor unliebsamen Besuchern geschützt werden. Im urspruenglichen Sinne wurde das Fest Samhain (Jahresradfest) nicht auf dieses Datum festgelegt, sondern wurde von den Kelten am 11. Neumond des Jahres gefeiert, also um den Anfang des Monats November herum. In diesem Jahr fällt dieser Neumond auf den heutigen Tag, den 23.10.


Samhain im Wandel der Zeit

Die Zeiten ändern sich bekanntlich im Laufe der Geschichte und so blieb auch Samhain, das Fest der Kelten davon nicht verschont. So wurde im Rahmen der Christianisierung aus dem ursprünglichen Samhain (Mondfest) Allerheiligen. Zwar wurde der keltische Gott Samhain durch die christliche Kirche zum blutrünstigen, rachsüchtigen sowie Unheil bringenden Gott der Toten ernannt, was dazu diente, die heidnische Religion noch intensiver mit den Dämonen der Hölle in Verbindung zu bringen. Abgesehen davon symbolisiert Samhain den letztendlichen Siegeszug des irdischen Lebens über das Reich der Toten. Bekanntlich bringt das Einläuten besagter dunkler Zeiten gleichzeitig die Chance für einen Neuanfang mit sich.


Die Neugeburt des Lichtes

Unmittelbar nach Samhain gelten alle Pflanzen und Kräuter als tabu. So dürfen diese nicht gepflückt oder geerntet und geschweige denn für die eigentliche Verwendung weiterverarbeitet werden. Allein den Geistern (Untoten) sowie den uneingeschränkten Herrschern der Unterwelt (Dämonen) waren diese Pflanzen und Kräuter vorbehalten. Mit Samhain wurde der Beginn einer uneingeschränkten Herrschaft aus der Unterwelt eingeläutet, welche bis Weihnachten andauern sowie erst mit der Geburt des Lichtes enden sollte. In der besagten Mutternacht (heutige Thomasnacht = Wintersonnenwende) beginnen die sogenannten zwölf Raunächte, an deren Ende das Licht über die Herrschaft der Dunkelheit siegt. Somit wird diese Nacht auch als die längste Nacht des Jahres angesehen, bis die Rückkehr des Lichtes dafür Sorge trägt, dass die darauf folgenden Tage wieder länger sowie die Nächte kürzer werden. Um sich vor den Zorn der bösen Geister schützen zu können, wurden zum Beispiel Kräuter (Beifuß) unmittelbar über den Hauseigang oder das Tor aufgehängt, um es anschließend anzuräuchern. Alle Ecken und Winkel mussten restlos von allen Schmutzpartikeln gereinigt werden, um sogenannten Alben keine Versteckmöglichkeiten zu ermöglichen. Später wurde als Zeichen der Reinlichkeit auch ein Besen vor die Tür gestellt, was Geistern zeigte, dass es hier keinerlei Möglichkeiten gibt, um ihr Unwesen treiben zu können. Auch das opfern einer Gans, Ratespiele sowie Orakel dienten zur Abschreckung von Geistern. In keltischen Gegenden hingegen wird auch heute noch ein sogenanntes Samhainfeuer entfacht.

Buchtipps und Quellen zum Thema Samhain:
• Rätsch, Christian: Der Heilige Hain – germanische Zauberpflanzen, heilige Bäume und schamanische Rituale. ISBN 978-3-03800-204-8. 5. Aufl. 2005, AT-Verlag.
Gebunden: 19,90 €
• Storl, Wolf-Dieter: Pflanzen der Kelten – Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender. ISBN 978-3-85502-705-7. 2. Aufl. 2001, AT-Verlag. Gebunden: 25,90 €

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