Rauhnächte

Quelle: segovax / pixelio.de

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Die Rauhnächte werden als die 12 heiligen Tage bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar. Hier gibt es unterschiedliche Deutungen, wann die Nächte beginnen.

In den meisten Regionen ist die Nacht zwischen dem 24. und dem 25. Dezember die erste der 12 Rauhnächte, andernorts ist es schon die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, also die Julnacht. Die Menschen früher glaubten, dass in diesen Nächten Geister ihr Unwesen trieben. Die Menschen meinten, dass die Zeit zwischen den Jahren, also die Rauhnächte zwischen dem alten und dem neuen Jahr, dies begünstigten. Die Zeit ist auch als Scheidenächte bekannt, da die Seelen der Verstorbenen zurückkehren können und zukünftige Ereignisse sichtbar machen. Dabei stehen die 12 Rauhnächte für jeden Monat des neuen Jahres. Was man an einer dieser Nächte träumt, ist die Zukunftsvorhersage für den entsprechenden Monat des kommenden Jahres. Geister und wilde Horden zogen in den Nächten umher, da der Übergang zwischen Menschen- und Geisterreich in der Zeit einfach zu vollziehen war. Nur mit Weihrauch und Lärm meinten die Menschen sich schützen zu können. Aus geschichtlicher Sicht wechselte der Jahresbeginn zwischen dem 25. Dezember, dem 1. und dem 6. Januar. So entstand auch der Sprachgebrauch zwischen den Jahren.

Die Rauhnächte heute

Auch heute sind den Menschen viele Bräuche und Traditionen der Zeit gut bekannt. So soll zum Beispiel während der Rauhnächte keine Bettwäsche gewaschen werden, da die wilden Horden sie zerzausen würden. Zudem ziehen Unsauberkeit und Unordnung die Geister an, weshalb zu Beginn der Rauhnächte gründlich aufgeräumt werden soll. Da alle Räder still stehen müssen, wurde auch nicht gesponnen, gewaschen oder gemahlen. Auch davon sind Bräuche überliefert. Weiterhin herrscht Spielverbot um Geld. Türen sollten leise geschlossen werden, da sie sonst Blitze und Unfrieden anziehen. Es bringt außerdem Unglück sich Haare oder Nägel zu schneiden. Auch Geliehenes sollte wieder zurück gegeben werden. Zudem lässt sich am Wetter der Rauhnächte das Wetter des nächsten Jahres ansagen. Heilkräutern wird in diesen Nächten eine besonders starke Wirkung zugeschrieben und überhaupt haben alle magischen Tätigkeiten eine starke Wirkung. Die Rauhnächte sind die Zeit des Rückzugs und des Loswerdens von alten Ballast. Man sollte entspannen und vielleicht einen Wellnesstag einlegen. Zum Orakeln ist die Zeit ebenfalls sehr gut und besonders die Silvesternacht eignet sich perfekt (vielerorts wird Bleigießen praktiziert).

Weiterhin kann es sich lohnen eine Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und Bilanz zu ziehen. Vorsätze für das kommende Jahr werden gern gemacht. Jedoch verpuffen sie auch ebenso schnell wieder. Dies liegt vor allem daran, dass die vorherrschenden Kräfte die neuen Ideen nicht tragen und diese so nicht reifen können.

Das Wort rauh im Begriff Rauhnächte ist eher ungeklärt und hat unterschiedliche Bedeutungen. So sagt man die Nächte seien rau, da jetzt die wilden Horden und andere Geister umgehen. Weiterhin könnte sich der Name Rauhnächte auch von den Rauchnächten ableiten, da in dieser Zeit traditionell in der ersten, der mittleren und der letzten Nacht Häuser, Ställe oder sogar Rathäuser mit Weihrauch ausgeräuchert wurden. Dieser Brauch sollte die bösen Mächte fern halten.

Buchtipp:
– Courtenay, Elfie: Rauhnächte – die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren – alte Bräuche und magische Rituale für sich entdecken.
Taschenbuch, ISBN 978-3-453-70241-7. Heyne, 2013. 9,99 €
Ebook, ISBN 978364111382. Random House, 2013. 8,99 €

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