Mabon

Die Tag-Nacht-Gleiche im Herbst, die als Mabon bekannt ist, markiert die Zeit, ab der die Helle des Tages kürzer ist als die Dunkelheit der Nacht. Für unsere Vorfahren war in den Wochen rund um diesen Feiertag die Ernte die wichtigste Beschäftigung. Vor allem Obst, Beeren und Pilze fanden ihren Weg in die Lagerstätten. In Gegenden, in denen Wein gedeiht, war es die fröhliche Zeit der Lese und der Herstellung dieses wichtigen Getränks.

Der Name „Mabon“ ist relativ jung. Dieses Fest im Jahreskreis hieß bis vor wenigen Jahrzehnten meist Herbst-Äquinoktum. Erst in den 70er-Jahren schlug Aidan Kelly diesen wohlklingenderen Begriff vor, angelehnt an den Namen einer Figur aus der keltischen Mythologie. In der christlichen Kultur hat der Erntegedanke mit dem Erntedankfest Einzug gehalten.

Mabon heute
Die Welt hat sich gewandelt. Nur noch wenige Menschen erleben die Jahreszeiten im Zuge ihrer Arbeit so wie unsere Vorfahren das taten. Und doch – die Grundgefühle der Zyklen der Natur sind noch in uns angelegt. In Anlehnung an die Ernte ist dieser Feiertag dazu geeignet, „einzubringen“, was im Jahr gewachsen ist.

Fragen können lauten:
– Welche persönlichen Erfolge konnte ich verzeichnen?
– Welche Lehren habe ich daraus gezogen?
– Was konnte ich aus Zeiten mitnehmen, die nicht so waren, wie ich mir das wünschte?
– Welche Ziele habe ich bereits erreicht, welche liegen noch vor mir?

So wie in früheren Tagen die Menschen die wertvolle Ernte gut betreut haben, so ist es auch heute noch sinnvoll, Erfahrungen und Erkenntnisse zu betrachten, zu bearbeiten und dann gut zugänglich zu lagern. Erreichtes erhält einen guten Platz. Bis zum Jahresende ist genügend Zeit, noch offene Ziele zu verwirklichen.

Die Tage werden kürzer

Schwindet das Licht, so gleitet die Aufmerksamkeit nach und nach ins Innere. Selbst in Städten, in denen künstliche Beleuchtung die Illusion von Tageshelligkeit zu erzeugen versucht, gehen mit zunehmender Dunkelheit die Gedanken und Gefühle weiter in die Tiefe. Der Fokus richtet sich auf den eigenen Kern. Tiere begeben sich oft in eine Periode der Ruhe, Pflanzen werfen ihre Blätter ab, ziehen sich ganz in den Boden zurück oder sterben gar und lassen nur ihre Samen für den nächsten Frühling zurück.

Feier des Überganges am 21. September

In diesem Jahr fällt Mabon auf ein Wochenende. Für viele Menschen bedeutet das, dass Zeit genug ist, das Fest bewusst zu begehen. Die Feierlichkeiten lassen sich ganz individuell gestalten. Manche Kreise treffen sich und lassen die Ereignisse des bisherigen Jahres gemeinsam an sich vorbeiziehen. Andere kochen und freuen sich an den Gaben der Natur. Manche Menschen begehen diesen Tag in Stille und besinnen sich auf sich selbst, um Kraft zu sammeln für den Winter und Samen für den nächsten Frühling zu legen.

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