Johanniskraut

© conny-wr  / http://www.pixelio.de

© conny-wr / http://www.pixelio.de

Das Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze mit ovalen Blättern, die gegen das Licht gehalten eine deutliche Punktzeichnung aufweisen. Ursache dafür sind Ölkammern, die durch das gesamte Blatt verlaufen und die Sonne durchscheinen lassen. Hypericum perforatum, so der lateinische Name, blüht strahlend gelb, die Staubgefäße sind lila und färben rot. Diesen Farbstoff gibt die Pflanze an Öl ab, daher ist der wertvolle Johanniskrautölauszug blutrot. Seinen Namen hat das Johanniskraut seiner Blühzeit zu verdanken, die jährlich pünktlich um den Johanni-Tag, den 24. Juni, herum beginnt und je nach Höhenlage den ganzen Sommer über andauern kann.
Das Kraut wächst in wenig bis gar nicht gedüngten Wiesen und an Wegrändern, hält Trockenheit gut aus und blüht bis hinauf ins mittlere Gebirge.

Verwendung von Johanniskraut
Schon in der Antike haben Heiler das Kraut gerne genutzt. Im Mittelalter zählte es zu den besonders geschätzten Heilkräutern, seine blutreinigende Wirkung fand besonderen Anklang.
Auch seine stimmungsaufhellenden Eigenschaften waren bereits damals bekannt: Johanniskraut treibe Dämonen aus, so hieß es, andere Quellen sagen, es lässt auch im dunklen Winter die Sonne scheinen. Das Kraut hebt tatsächlich die Stimmung vor allem bei leichten bis mittelschweren Herbst- und Winterdepressionen, macht die Haut allerdings besonders lichtempfindlich. Es ist, als würde die Sonne im Inneren aufgehen zusätzliche Strahlung scheint daher schwer erträglich.
Ganz besonders gut tut das rote Öl mit den Blüten des Krautes bei Verstauchungen, Prellungen und Hexenschuss. Es facht sozusagen das innere Feuer an und wärmt die Stellen, die Muskulatur entspannt sich und der Schmerz kann nachlassen.

Arbeiten mit Johanniskraut
Vor allem die oberirdischen Teile und da wieder besonders die Blüten haben ein großes Anwendungsspektrum. Für den Ölauszug kommen die Blüten in Pflanzenöl (etwa Olivenöl oder Sonnenblumenöl). Einige Wochen an einem sonnigen Platz geben die gelben Blumen ihre wertvollen Inhaltsstoffe ab und färben das Öl intensiv rot. Es dient der äußerlichen und innerlichen Anwendung, äußerlich kann es bei Muskel- und Nervenschmerzen helfen, innerlich hebt es die Stimmung.
Für den äußerst aromatischen Tee ist das Kraut mit oder ohne Blüte bestens geeignet. Johanniskraut kann auch Teemischungen bereichern.
Als „Zauberkraut“ hatte es schon in früheren Zeiten die Aufgabe, Häuser vor Blitzschlag und vor bösen Geistern zu schützen, ja es sollte sogar den Teufel abschrecken – wieder ein Hinweis auf die antidepressive Wirkung, die Dunkelheit im Inneren vertreibt.

Die beste Sammelzeit in Tallagen ist um den 24. Juni, das ist die Zeit, in der die Blüten ganz frisch erblühen. Um die Sonnenwende, so heißt es, nimmt es an diesen längsten Tagen im Jahr am meisten Licht auf. Dieses stellt es später wieder zur Verfügung.
Wichtig ist es, Johanniskraut sowohl äußerlich als auch innerlich nur dann anzuwenden, wenn kein längerer Aufenthalt in der Sonne geplant ist, denn seine Inhaltsstoffe erhöhen die Lichtempfindlichkeit.

Hinterlassen Sie einen Kommentar





%d Bloggern gefällt das: