Januar – ein neues Jahr

Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de

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Jeder Monat besitzt einen einzigartigen Charakter und seine speziellen Rituale. Da der Januar eine Zeit der Wende signalisiert, waren vielerorts Orakelbräuche üblich. Man wünscht sich Glück für das neue Jahr und möchte natürlich wissen, was es bringen mag. Besondere Bedeutung genießt hier die Nacht auf den 1. Januar. Zu den heute noch beliebten Orakeln zählt das Bleigießen. Auch Lose werden gerne gekauft. Silvester liegt in er Mitte der Raunächte. Schon unsere Vorfahren ließen es in dieser Zeit ordentlich knallen. Wenn auch nicht die Sektkorken flogen, so versuchte man doch, mit Peitschen, Rasseln und Feuer die bösen Winterdämonen zu vertreiben. Der Lärm diente ursprünglich dazu, Böses fernzuhalten. Am 6. Januar treiben deshalb insbesondere in den Alpenregionen die Perchten ihr Unwesen. Das Schwein hingegen gilt auch heute noch als Glückssymbol. Der Eber war ein dem germanischen Gott Freyr geweihtes Fruchtbarkeitssymbol. Ein Schwein zu verspeisen, und sei es nur aus Marzipan, sorgt für eine glückliche Zukunft und mehrt dem Volksglauben nach den Kinderreichtum. In der letzten der zwölf Raunächte sprach man zudem dem Wasser besondere Heilkräfte zu. Was man sich wünschte, sollte nach dem Trinken in Erfüllung gehen. Doch mit dem 6. Januar endet offiziell die weihnachtliche Orakelzeit. Es ist nun soweit, den Baum abzuschmücken und sich auf das neue Jahr vorzubereiten.

Der Januar – Zeit des Neubeginns

Das alte Jahr liegt hinter uns und die Tage werden allmählich wieder länger. Das wiederkehrende Licht erfüllt uns mit frischer Energie und fördert unseren Tatendrang. Auch in der Natur beginnt es im Stillen zu keimen. Die Nüsse und Kerne, die es geschafft haben, unversehrt zu bleiben, tragen das neue Leben bereits in sich. Der Januar ist eine Zeit des Wechsels. Seinen Namen verdankt der Monat dem römischen Gott Janus, einer doppelgesichtigen Gestalt, deren eine Seite in die Vergangenheit und die andere in die Zukunft blickt. Es ist wichtig, mit positiven Emotionen ins Jahr zu starten und das Negative in der Vergangenheit zurückzulassen, denn nur so können wir unsere vorhandenen Anlagen effektiv nutzen. In der Natur ist jetzt Endspurt. Der Winter zieht noch einmal richtig an und es kann ab Januar sehr kalt werden. Dennoch zeigt sich bereits ab Februar, was im Vormonat noch unter der Eisschicht verborgen lag. Die ersten Schneeglöckchen durchbrechen die Schneedecke. Der Januar ist nicht nur in der Natur ein wichtiger Vorbereitungsmonat, sondern auch wir sollten nach den Festtagen ordentlich anpacken und für das kommende Jahr planen und vorsorgen. Noch ist sind die Tage kurz und die Abende lang, sodass ausreichend Zeit bleibt, um Liegengebliebenes zu sortieren und sich alter, unnützer Dinge zu entledigen.

Buchtipp:
Peter, Carsten: Alpendämonen – geheimnisvolle Mythen und Riten aus den Bergen. 220 S. Gebundene Ausg. National Geographic. 2012. ISBN 978-3-86690-319-7. 39,95 €

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