Holunder

Bildquelle: Birgit Winter  / pixelio.de

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Der schwarze Holunder trägt die lateinische Bezeichnung Sambucus nigra. Er wächst vorwiegend in der Nähe von Behausungen und an Wald- oder Feldrändern. Ihm werden sowohl magische als auch heilende Kräfte zugeschrieben. Vor allem in der Naturheilkunde finden die Blüten, die von etwa Mai bis Ende Juni gesammelt werden, Verwendung. Ein daraus bereiteter Tee hilft bei Erkältungen mit Fieber. Verwendet werden weiterhin die Beeren, die zwar sehr Vitamin C haltig, roh aber giftig sind. Aus ihnen haben schon unsere Vorfahren Marmeladen, Suppen und Mus bereitet. Die Beeren werden im September und Oktober gesammelt. Früher glaubten die Menschen, dass der Holunder der Wohnort der Frau Holle sei. Davon leitet sich auch der volkstümliche Name Hollerbusch ab. Auch als Wohnort verschiedener Hausgeister galt der Fliederbaum, wie der Holunder ebenfalls früher genannt wurde. Deshalb durfte er nicht gefällt werden. Wollte man doch die schützenden Geister nicht verärgern. Frau Holle, die oft als Perchtha bezeichnet wird, ist eine Wintergöttin, die den Schnee bringt. Auf Grund der vielen magischen Bewohner des Strauches wurde der Holunder schon früher oft für magische Zwecke genutzt. Bereits in der Antike wurden sowohl in Griechenland als auch in Rom Teile des Holunders zu heilenden Zwecken verwendet. Der Glaube an die Magie des Holunders ist weit verbreitet. Selbst die Slaven glaubten daran, ebenso wie die Menschen im nordischen Bereich.

Wie man den Holunder in der Magie nutzt

Verwendet werden vor allem die Blüten für Tee. Dieser soll Erkältungskrankheiten und Fieber vertreiben. Er hat eine schweißtreibende Wirkung. Aus den Beeren werden Marmeladen oder Suppen hergestellt, die als sehr gesund gelten. Den Holunderzweigen schrieb man eine stark heilende Wirkung zu. Auf eitrige Wunden gebunden, sollten sie das Negative direkt in die Unterwelt ableiten und so für Heilung sorgen.
Jungen Mädchen sollte er sogar den Ehemann zeigen. Dazu mussten sie am Thomas-Tag (3. Juli) während des Abendläutens den Holunder kräftig schütteln. Die Richtung, in der der nächste Hund bellte, zeigte dem Mädchen die Richtung, aus der der zukünftige Ehemann kommen sollte. Wer in der Mittsommernacht nach Sonnenuntergang unter einem Holunderbusch sitzt, soll die Elfen sehen können. Auch bei Beerdigungen spielte der Holunder eine wichtige Rolle. Tote wurden auf Holunderzweige gebettet. Frau Holle gilt als Totengöttin der verstorbenen Seelen. Vor allem der verstorbenen Kinder nahm sie sich an.
Ein Holunderbusch sollte niemals gefällt werden. Er ist der Wohnort von Frau Holle. Sie hat hier ihren Eingang in ihr unterirdisches Reich. Wird er gefällt, werden auch der Schutz und das Glück vertrieben. Der Holunder konnte aber auch Vorbote von herannahendem Unheil sein. Wenn er ein zweites Mal im Jahr blühte, bedeutete dies einen Todesfall. Wächst er direkt an Häusern oder Scheunen, schützt er diese vor Blitzschlägen, Ungeziefer und anderem Unheil.

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