Fichtenleute

Fichtenleute

Buchcover „Mip und die Baumleute“

Endlich schneit es! Schon so lange habe ich darauf gewartet. Es gab nur Matsch und eine dicke graue Wolkendecke, die vom Himmel herunterhing. Aber als ich heute Morgen aufwachte und den Vorhang beiseite zog, schwebten ein paar bettfederleichte weiße Flöckchen an meinem Fenster vorbei. Und nach dem Frühstück waren es schon viel mehr geworden.

Natürlich habe ich gleich meinen Anorak und meine Stiefel angezogen, meine warme Wollmütze aufgesetzt und mich auf den Weg gemacht. Am Waldrand liegt schon eine dünne Schicht Schnee auf dem Boden, in die ich mit meinen Stiefeln lauter Stapfen mache, mit einem schönen Muster aus Karos und Kreisen. Ich wusste gar nicht, was ich für hübsche Stiefelsohlen habe. Irgendjemand ist schon vor mir da gewesen, aber die Abdrücke von diesem Jemand sind bloß gestreift. Dafür läuft eine Hundepfotenspur daneben, die manchmal zum Wegrand abbiegt und dann wieder zur Menschenspur zurückführt.

„Schneeflöckchen, Weißröckchen“, singe ich. Es klingt ein bisschen schief, aber hier hört mich ja niemand.
Ich entdecke noch eine andere Spur: eine winzig kleine, mit vier Zehen. Ob das eine Maus gewesen ist? Ich versuche, lautlos wie ein Indianer der Spur zu folgen, bis sie unter einer großen Fichte verschwindet. Weil sie am Waldrand steht, reichen ihre Zweige bis kurz über den Boden.
Ich schleiche mich an und schiebe ganz vorsichtig und langsam den Fichtenzweigvorhang ein wenig zur Seite. Zuerst sehe ich nur ein paar Zapfen. Natürlich, warum sollten unter einer Fichte auch keine Fichtenzapfen liegen?
Aber die Zapfen liegen nicht, sie stehen aufrecht. Und sie wackeln hin und her….

 

… weiter geht es in dem Buch Mip und die Baumleute

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