Eschenleute

Mip und die Baumleute

Buchcover „Mip und die Baumleute“

Mitten im Wald liegt ein kleiner Tümpel. An seinem Rand wächst Schilf, in dem sich die Frösche verstecken können, und dazwischen blühen gelbe Iris, die auch mit den Füßen, ich meine, mit den Wurzeln, im Wasser stehen.

Ich sitze auf einem Baumstumpf am Ufer, lasse meine Beine baumeln und schaue in das Wasser. Darin spiegeln sich die Bäume und der Himmel und die Wolken. Wenn man ganz tief hineinschaut, hat man das Gefühl, als würde man gleich in den Himmel hineinfallen. Oben ist unten, und unten ist oben.

Die Bäume, die sich im Wasser spiegeln, sind ganz gerade und sehr hoch und haben erst weit oben Äste mit Blättern. Es sind Eschen. Jedes Blatt besteht wieder aus vielen kleinen Blättchen, und deshalb sind die Baumkronen hell und flirrend und durchsichtig. Man weiß nicht genau, wo der Baum aufhört und der Himmel anfängt.

Ich sitze da und schaue in das spiegelnde, glitzernde Wasser und bewundere die Wolken, die dort unten oder hoch oben vorbeiziehen wie dicke flauschige weiße Pferde. Auf einem der Wolkenpferde hockt jemand und winkt mir zu. Wer ist das? Er sieht aus wie – ja, du hast es erraten: wie Mip.

Ich beuge mich so weit vor, dass ich fast in den Teich gefallen wäre. Da dämmert es mir: Mip muss ja oben sein und nicht unten im Teich, weil er sich darin spiegelt. Ich drehe mich um und entdecke eine Leiter. Das heißt, eigentlich steht da eine Esche. Aber der Stamm sieht aus, als wäre eine Leiter daraus hervorgewachsen.

Das trifft sich gut, denke ich, ich will ja nach oben, wo Mip auf einer Wolke sitzt. Von hier aus kann ich ihn nicht sehen. Deshalb mache ich mich daran, die Leiter hochzuklettern….

weiter geht es in dem Buch Mip und die Baumleute

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